Heizlast-Rechner — Wärmepumpe richtig dimensionieren
Die Heizlast ist die wichtigste Berechnung vor jeder Wärmepumpen-Auslegung. Ohne korrekte Heizlast wird die WP über- oder unterdimensioniert. Hier verstehen Sie die Methodik nach DIN EN 12831 und können Ihre Heizlast überschlägig selbst kalkulieren.
Was ist die Heizlast?
Die Heizlast ist die maximal benötigte Heizleistung Ihres Gebäudes, gemessen in Kilowatt (kW). Sie beschreibt, wie viel Wärme das Gebäude bei der kältesten Norm-Außentemperatur (in Deutschland je nach Region -10 °C bis -16 °C) verliert und durch die Heizung ersetzt werden muss. Heizlast ist NICHT identisch mit dem Wärmebedarf (kWh/Jahr) — die Heizlast ist die momentane Spitzen-Leistung, der Wärmebedarf die Energie über das Jahr. Beispiel: Ein Standard-EFH 130 m² hat typisch 6-9 kW Heizlast und 18.000-24.000 kWh Jahres-Wärmebedarf.
Methode nach DIN EN 12831
Die offizielle Berechnung erfolgt nach DIN EN 12831 mit folgenden Schritten: 1) Norm-Außentemperatur des Standorts ermitteln (PLZ-spezifisch). 2) U-Werte aller Bauteile (Wand, Dach, Fenster, Boden) erfassen. 3) Transmissionswärmeverluste berechnen (Bauteilfläche × U-Wert × Temperaturdifferenz). 4) Lüftungswärmeverluste hinzurechnen (Luftwechselrate × Volumen × spezifische Wärmekapazität). 5) Korrekturfaktoren für Wärmebrücken, Aufheizleistung. 6) Summe = Gebäude-Heizlast. Software wie ZUB Helena oder Hottgenroth automatisieren das. Ein BAFA-zugelassener Energieberater erstellt eine raumweise Heizlastberechnung — Pflicht für jede Wärmepumpen-Förderung.
Faustformel-Schätzung
Schnelle Überschlagsschätzung der Heizlast nach Baualter und Sanierungsstand: Neubau nach KfW-55-Standard: 25-40 W/m² → 130 m² EFH = 3,2-5,2 kW. Modernisiert / mittlerer Altbau (1990er-2000er teilsaniert): 50-70 W/m² → 6,5-9,1 kW. Unsanierter Altbau (1960er-1970er): 80-120 W/m² → 10,4-15,6 kW. Diese Werte sind grob — eine echte DIN-Berechnung kann ±20 % abweichen. Vor Wärmepumpen-Auswahl unbedingt eine professionelle Heizlastberechnung machen lassen.
Warum korrekte Auslegung kritisch ist
Überdimensionierte Wärmepumpe: zu großes Gerät, häufiges Takten (An-Aus-Zyklen), Effizienz-Verlust, vorzeitiger Verschleiß, Mehrkosten in Anschaffung. Unterdimensioniert: Wärmepumpe schafft Spitzenlast nicht, Heizstab springt häufig an, Stromkosten steigen, mögliche Untertemperatur in extremen Wintern. Beide Fehler führen zu jährlichen Mehrkosten von 200-600 € und reduzieren die Lebensdauer der WP. Eine professionelle Heizlastberechnung kostet 200-600 € (oft im iSFP-Paket enthalten) — eine der wirtschaftlich wichtigsten Investitionen vor dem WP-Kauf.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Heizlastberechnung für die BAFA-Förderung?▾
Reicht eine Faustformel-Schätzung?▾
Was kostet eine Heizlastberechnung?▾
Konkrete Berechnung mit Energieberater
Ein BAFA-Energieberater erstellt eine genaue Berechnung für Ihre konkrete Konstellation.